ADAC testet günstige Kindersitze

Quelle : Achtung Intelligence www.achtung-intelligence.org
Journalistin : Conny Crämer
Veröffentlicht am : 01. Nov. 2014., 09:25:55 Stunden

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Conny Crämer's Info

Der ADAC und die Stiftung Warentest haben erneut stichprobenartig Kindersitze getestet. Dabei entpuppte sich die Hälfte aller Testsitze als untauglich. Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club Deutschland e.V. konnte für sie nur die Note "mangelhaft" vergeben. Sie versagten besonders bei Frontal- und Seitencrashs. Immerhin konnte jedoch auch ein "gut" vergeben werden. Getestet wurden Modelle unter 70 Euro.


Das Motto „Geiz ist geil“ funktioniert bei günstigen Kindersitzen nicht, haben der ADAC und die Stiftung Warentest in der neuesten Testreihe herausgefunden. Oft würden Eltern sogar mit günstigen Angeboten im Internet geködert werden. Als sicher entpuppten sich die billigen Sitze nicht. Trotz Werbesprüche wie „Optimaler Seitenaufprallschutz“, entsprach mehr als die Hälfte der zehn getesteten Sitze nicht den Sicherheitsanforderungen. Getestet wurden Modelle unter 70 Euro.

 

Viele Kindersitze sind gefährlich

 

Sechs Kindersitze bekamen das Urteil „mangelhaft“. Bei dem Crashtest brachen bei drei Sitzen sogar die Gurte aus der Haltung, Rückenlehnen waren gerissen oder die Schadstoffbelastung war sehr hoch. Die erstaunten Tester stellten ebenso fest, dass die Schadstoffwerte im Vergleich zu den Vorjahren erheblich schlechter waren. Auch wurde gerügt, dass bereits mit der Note „mangelhaft“ versehene Kindersitze plötzlich mit neuem Namen wieder im Handel auftauchten. Es wird daher Eltern dringend empfohlen, sich genau beim Versandhandel zu erkundigen, ob die Sitze wirklich sicher sind.

 

Immerhin entpuppte sich die kleine Babyschale mit dem Namen „Nania Beone SP“ als gutes Produkt. Der leichte Sitz und die guten Crashwerte überzeugten sowohl ADAC als auch Stiftung Warentest. Doch leider entsprachen die Kindersitze derselben Produktreihe für die größeren Kinder nicht immer den strengen Anforderungen der Prüfer.

 

Für Kinder bis 18 Kilogramm zerbrach die Sitzschale beim Frontalaufprall. Zwei Sitze erhielten die Note befriedigend für Kinder mit einem Gewicht bis 36 kg. Dazu gehörten der Nania Racer SP und der Fisher Price FP3000.

 

Gerügter Sitz wurde nicht nachgebessert

 

Gerügt wurde der Kindersitz mit dem Namen United-Kids Alpha Deluxe. Er wurde 2008 unter dem Namen IWH Trade Max Vario Max bereits auf den Markt gebracht und war damals bereits im Test mit „mangelhaft“ bewertet worden. Ohne Änderungen vergaben die Hersteller dem Kindersitz einfach einen neuen Namen. Diese gefährliche Handhabe flog beim aktuellen Test auf.

 

ADAC Test - strenge Anforderungen

Der ADAC weist jedoch in seinem Test darauf hin, dass es durchaus gute Vorläufermodelle verschiedener Marken gibt und Eltern auch mit einem älteren Produkt immer noch sparen können. Als bedenklich wird das Zulassungsverfahren für die Zertifizierung eines Sitzes nach ECE-R44 eingestuft. Seitencrashsicherheit sind nämlich kein Teil des Zulassungsverfahrens.

 

Allgemein berichtet der ADAC, dass seine eigenen Tests höhere Sicherheitsansprüche an die Sitze stellt, als die offiziellen Zulassungsverfahren. Bei den Frontalcrashtests wurde eine Geschwindigkeit von 64 km/h simuliert, beim Seitencrashtest waren es 50 km/h. Ein ähnlicher Test wurde zuletzt 2005 durchgeführt.

 

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