Manteltarifvertrag in der Systemgastronomie

Quelle : Achtung Intelligence www.achtung-intelligence.org
Journalistin : Conny Crämer
Veröffentlicht am : 15. Dec. 2013., 11:20:16 Stunden

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Conny Crämer's Info

 

NGG kurz vorgestellt

  • Die NGG heißt offiziell Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten und zählt mit zu den ältesten Gewerkschaften in der Bundesrepublik Deutschland. Sie wurde bereits 1949 gegründet. Der Vorläufer der NGG ist viel älter und hat eher mit der Lebensmittelkette nichts zu tun. Der Allgemeine Deutsche Cigarrenarbeiterverein wurde 1865 gegründet und schlägt sich in dem Begriff "Genuss" noch heute nieder. 

  • Über 205.000 Mitglieder zählt die Gewerkschaft. Dabei kämpft sie aktuell für einen flächendeckenden Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde. 

  • Neben der klassischen Nahrungsmittelindustrie gehören zu den Mitgliedern auch Hauswirtschaftler, Mitarbeiter des Gastgewerbes also auch der Hotels und Systemgastronomie, also Fast Food Mitarbeiter. Zum Genusssegment gehören nach wie vor Mitarbeiter der Tabakindustrie. Sogar Mitarbeiter in Fischmehlfabriken gehören dazu.

  • Aktuell listet die Gewerkschaft über 3.000 anwendbare Tarifverträge auf.

Der Manteltarifvertrag in der Systemgastronomie

  • Der Manteltarifvertrag in der Systemgastronomie ist für alle Gewerkschaftsmitglieder der NGG inklusive Auszubildende und für die Mitglieder im Bundesverband der Systemgastronomie gültig.

  • Zu den bekanntesten Systemgastronomien gehören sicherlich Burger King und McDonald's. Aber nicht jede Kette ist tatsächlich tarifgebunden. Da lohnt sich entweder die Nachfrage bei der NGG oder suchen Sie im Internet danach.

  • Wenn Sie sich bei einem tarifgebundenen Unternehmen vorstellen wollen, sieht der Tarifvertrag vor, die Reisekosten für Bewerbungsgespräche der eingeladenen Kandidaten in der 2. Klasse in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu übernehmen.

  • Im Westen gilt eine maximale Wochenarbeitszeit von 39 Stunden, maximal 169 Stunden im Monat.

  • Sonntage werden nicht mehr mit Aufschlägen vergütet. Dafür müssen immerhin zehn Sonntage im Jahr arbeitsfrei sein. Immerhin werden offizielle Feiertage mit einem Aufschlag von 100 % vergütet. Nachtdienst von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr wird mit einem Extra von 15 % vergütet. Diese Regelung betrifft den Manteltarifvertrag. Fragen Sie zur Not einen Rechtsanwalt, ob es bessere Regelungen gibt, da normalerweise ein Sonntag oft mit Aufschlägen oder Steuererleichterungen vergütet wird.

  • Obwohl im Gesetz der bezahlte Erholungsurlaub verankert ist, und dieser sogar im Manteltarifvertrag erwähnt ist, handelt es sich in dem Manteltarifvertrag nur um Zuschläge von 415 Euro bis 568 Euro.

  • Etwaig ist es vielleicht nicht sinnvoll, in eine Gewerkschaft beizutreten. Deshalb vergleichen Sie doch in Ruhe alle online stehenden Tarifverträge der unterschiedlichen Gewerkschaften mit den echten Gesetzen. Oder fragen Sie zur Not den Betriebsrat oder einen Fachanwalt.

 

Kleines Foto in Einleitung: Thommy Weiss  / pixelio.de