AOK Call Center soll quasi Hausarzt ersetzen und Schweigepflicht auch

Quelle : Achtung Intelligence www.achtung-intelligence.org
Journalistin : Conny Craemer
Veröffentlicht am : 16. Nov. 2015., 18:43:04 Stunden

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Conny Craemer's Info

Bereits zur Medienberichterstattung auf SAT1 NRW gaben die Aussteller der MEDICA an, nun Patienten besser kontrollieren zu können: Schlaf, Sport, alles kann gemessen werden. Stasikram für die Pharmamafiosis ist das in Wahrheit plus elektromagnetischer Dauerbelastung. Die AOK hält auch nicht viel vom Datenschutz und Arztgeheimnis. Dass der Patient in Wahrheit selber über seine eigenen Daten entscheiden darf, wollen oft weder Arzt noch Krankenkasse wahrhaben. Die AOK lockt Kassenärzte und Call Center mit Geld. Die sollen dafür Einblick immer in die Patientenakten bekommen und aus der Ferne Patienten beraten dürfen. Man spielt Arzt am Telefon.

 

http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/898901/sachsen-callcenter-hzv-vorbild.html

Callcenter in der HzV "ist ohne Vorbild"

In Sachsen reagiert der Hausärzteverband auf die dünner werdende Versorgung. Ein Callcenter soll im HzV-Vertrag mit der AOK Plus Patientenfragen beantworten und Ärzte entlasten.

CHEMNITZ/LEIPZIG. Sachsen will mit dem Callcenter-Projekt "Hausarzt24" neue Wege in der hausarztzentrierten Versorgung (HzV) gehen. Grundlage dafür ist ein kürzlich geschlossener Vertrag zwischen dem Sächsischen Hausärzteverband und der AOK Plus nach Paragraf 73b SGB V.

Den Partnern schwebt ein Konzept vor, für das es "in der Art bisher keine Vorbilder" gibt, wie die Vorsitzende des Sächsischen Hausärzteverbandes, Ingrid Dänschel, der "Ärzte Zeitung" sagte.

Zur Unterstützung des Hausarzt-Praxisteams soll ein mit Fachkräften besetztes Callcenter eingerichtet werden, das über die üblichen Sprechzeiten hinaus erreichbar ist. Eingeschriebene Patienten sollen dort eine "abgestufte" Beratung erhalten.

Sollten die Mitarbeiter im Callcenter das Problem nicht selbst lösen können, werden in den nächsten Schritten die Versorgungsassistentin VERAH oder der Hausarzt vor Ort eingebunden, erklärte Dänschel.

Elektronische Patientenakte nötig

Nötig ist dafür allerdings eine elektronische Patientenakte und damit die Zustimmung des Patienten zur Verwendung seiner persönlichen Daten. Die Erfüllung hoher Datenschutzauflagen sei selbstverständlich Voraussetzung, fügte Dänschel hinzu.

Mit dem Projekt sollen die Hausarzt-Praxen im Land entlastet werden. Schließlich stehe Sachsen vor der Aufgabe, "in Zukunft mit weniger Ärzten mehr Patienten versorgen zu müssen", erläuterte Dänschel.

Denkbar ist eine Nutzung des Callcenters vor allem bei Fragen zur Medikamenteneinnahme oder bei unkomplizierten Beschwerden - immer als zusätzliches hausärztliches Versorgungsangebot und nicht als Substitution ärztlicher Leistung, wie die Verbandsvorsitzende betonte. Zunächst richte sich das Projekt nur an chronisch kranke Patienten, sagte sie.

Finanziert wird es über eine Pauschale, die in dem Versorgungsvertrag festgehalten ist: Zehn Euro pro chronisch krankem Patienten pro Quartal stehen für "Hausarzt24" zur Verfügung.

(...)

Das ganze Vertragswerk mit der AOK Plus sei darauf ausgerichtet, erklärte sie. Herzstück ist für Dänschel dabei eine kontaktunabhängige Jahrespauschale von 120 Euro pro eingeschriebenem Patient, die die Ärzte vom "Quartalsdenken" befreien und eine langfristige Versorgung belohnen soll. "Eine kleine Revolution", zeigte sich die Verbandsvorsitzende überzeugt.

 

Auszug-Ende

 

SGB V 73b

 

Eigentlich sieht der Paragraph solche Leistungen nicht unbedingt vor. Welche Art von Fachkräften es sein sollen, normalerweise dürfen nur echte Ärzte und Apotheker oder echte Heilpraktiker beraten und dann noch nicht einmal aus der Ferne, ist in Wahrheit fraglich.

 

Es gibt zahlreiche Hotlines, die geben sich auch mit Praxishelferinnen zufrieden.

http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbv/73b.html

§ 73b SGB V Hausarztzentrierte Versorgung

(1) Die Krankenkassen haben ihren Versicherten eine besondere hausärztliche Versorgung (hausarztzentrierte Versorgung) anzubieten.
(2) Dabei ist sicherzustellen, dass die hausarztzentrierte Versorgung insbesondere folgenden Anforderungen genügt, die über die vom Gemeinsamen Bundesausschuss sowie in den Bundesmantelverträgen geregelten Anforderungen an die hausärztliche Versorgung nach § 73 hinausgehen:
1.
Teilnahme der Hausärzte an strukturierten Qualitätszirkeln zur Arzneimitteltherapie unter Leitung entsprechend geschulter Moderatoren,
2.
Behandlung nach für die hausärztliche Versorgung entwickelten, evidenzbasierten, praxiserprobten Leitlinien,
3.
Erfüllung der Fortbildungspflicht nach § 95d durch Teilnahme an Fortbildungen, die sich auf hausarzttypische Behandlungsprobleme konzentrieren, wie patientenzentrierte Gesprächsführung, psychosomatische Grundversorgung, Palliativmedizin, allgemeine Schmerztherapie, Geriatrie,
4.
Einführung eines einrichtungsinternen, auf die besonderen Bedingungen einer Hausarztpraxis zugeschnittenen, indikatorengestützten und wissenschaftlich anerkannten Qualitätsmanagements.
(3) Die Teilnahme an der hausarztzentrierten Versorgung ist freiwillig. Die Teilnehmer verpflichten sich schriftlich gegenüber ihrer Krankenkasse, nur einen von ihnen aus dem Kreis der Hausärzte nach Absatz 4 gewählten Hausarzt in Anspruch zu nehmen sowie ambulante fachärztliche Behandlung mit Ausnahme der Leistungen der Augenärzte und Frauenärzte nur auf dessen Überweisung; die direkte Inanspruchnahme eines Kinderarztes bleibt unberührt. Die Versicherten können die Teilnahmeerklärung innerhalb von zwei Wochen nach deren Abgabe in Textform oder zur Niederschrift bei der Krankenkasse ohne Angabe von Gründen widerrufen. Zur Fristwahrung genügt die rechtzeitige Absendung der Widerrufserklärung an die Krankenkasse. Die Widerrufsfrist beginnt, wenn die Krankenkasse dem Versicherten eine Belehrung über sein Widerrufsrecht in Textform mitgeteilt hat, frühestens jedoch mit der Abgabe der Teilnahmeerklärung. Wird das Widerrufsrecht nicht ausgeübt, ist der Versicherte an seine Teilnahmeerklärung und an die Wahl seines Hausarztes mindestens ein Jahr gebunden; er darf den gewählten Hausarzt nur bei Vorliegen eines wichtigen Grundes wechseln. Das Nähere zur Durchführung der Teilnahme der Versicherten, insbesondere zur Bindung an den gewählten Hausarzt, zu weiteren Ausnahmen von dem Überweisungsgebot und zu den Folgen bei Pflichtverstößen der Versicherten, regeln die Krankenkassen in den Teilnahmeerklärungen. Die Satzung der Krankenkasse hat Regelungen zur Abgabe der Teilnahmeerklärung zu enthalten; die Regelungen sind auf der Grundlage der Richtlinie nach § 217f Absatz 4a zu treffen.

(4) Zur flächendeckenden Sicherstellung des Angebots nach Absatz 1 haben Krankenkassen allein oder in Kooperation mit anderen Krankenkassen spätestens bis zum 30. Juni 2009 Verträge mit Gemeinschaften zu schließen, die mindestens die Hälfte der an der hausärztlichen Versorgung teilnehmenden Allgemeinärzte des Bezirks der Kassenärztlichen Vereinigung vertreten. Können sich die Vertragsparteien nicht einigen, kann die Gemeinschaft die Einleitung eines Schiedsverfahrens nach Absatz 4a beantragen. Ist ein Vertrag nach Satz 1 zustande gekommen oder soll ein Vertrag zur Versorgung von Kindern und Jugendlichen geschlossen werden, können Verträge auch abgeschlossen werden mit
1.
vertragsärztlichen Leistungserbringern, die an der hausärztlichen Versorgung nach § 73 Abs. 1a teilnehmen,
2.
Gemeinschaften dieser Leistungserbringer,
3.
Trägern von Einrichtungen, die eine hausarztzentrierte Versorgung durch vertragsärztliche Leistungserbringer, die an der hausärztlichen Versorgung nach § 73 Abs. 1a teilnehmen, anbieten,
4.
Kassenärztlichen Vereinigungen, soweit Gemeinschaften nach Nummer 2 sie hierzu ermächtigt haben.
Finden die Krankenkassen in dem Bezirk einer Kassenärztlichen Vereinigung keinen Vertragspartner, der die Voraussetzungen nach Satz 1 erfüllt, haben sie zur flächendeckenden Sicherstellung des Angebots nach Absatz 1 Verträge mit einem oder mehreren der in Satz 3 genannten Vertragspartner zu schließen. In den Fällen der Sätze 3 und 4 besteht kein Anspruch auf Vertragsabschluss; die Aufforderung zur Abgabe eines Angebots ist unter Bekanntgabe objektiver Auswahlkriterien auszuschreiben. Soweit die hausärztliche Versorgung der Versicherten durch Verträge nach diesem Absatz durchgeführt wird, ist der Sicherstellungsauftrag nach § 75 Abs. 1 eingeschränkt. Satz 6 gilt nicht für die Organisation der vertragsärztlichen Versorgung zu den sprechstundenfreien Zeiten.

(4a) Beantragt eine Gemeinschaft gemäß Absatz 4 Satz 2 die Einleitung eines Schiedsverfahrens, haben sich die Parteien auf eine unabhängige Schiedsperson zu verständigen, die den Inhalt des Vertrages nach Absatz 4 Satz 1 festlegt. Einigen sich die Parteien nicht auf eine Schiedsperson, so wird diese von der für die Krankenkasse zuständigen Aufsichtsbehörde bestimmt. Die Kosten des Schiedsverfahrens tragen die Vertragspartner zu gleichen Teilen. Klagen gegen die Bestimmung der Schiedsperson haben keine aufschiebende Wirkung. Klagen gegen die Festlegung des Vertragsinhalts richten sich gegen eine der beiden Vertragsparteien, nicht gegen die Schiedsperson.

(5) In den Verträgen nach Absatz 4 sind das Nähere über den Inhalt und die Durchführung der hausarztzentrierten Versorgung, insbesondere die Ausgestaltung der Anforderungen nach Absatz 2, sowie die Vergütung zu regeln; in Verträgen, die nach dem 31. März 2014 zustande kommen, sind zudem Wirtschaftlichkeitskriterien und Maßnahmen bei Nichteinhaltung der vereinbarten Wirtschaftlichkeitskriterien sowie Regelungen zur Qualitätssicherung zu vereinbaren. Eine Beteiligung der Kassenärztlichen Vereinigung bei der Ausgestaltung und Umsetzung der Anforderungen nach Absatz 2 ist möglich. Die Verträge können auch Abweichendes von den im Dritten Kapitel benannten Leistungen beinhalten, soweit sie die in § 11 Absatz 6 genannten Leistungen, Leistungen nach den §§ 20d, 25, 26, 37a und 37b sowie ärztliche Leistungen einschließlich neuer Untersuchungs- und Behandlungsmethoden betreffen, soweit der Gemeinsame Bundesausschuss nach § 91 im Rahmen der Beschlüsse nach § 92 Absatz 1 Satz 2 Nummer 5 keine ablehnende Entscheidung getroffen hat. Die Einzelverträge können Abweichendes von den Vorschriften dieses Kapitels sowie den nach diesen Vorschriften getroffenen Regelungen regeln. § 106a Abs. 3 gilt hinsichtlich der arzt- und versichertenbezogenen Prüfung der Abrechnungen auf Rechtmäßigkeit entsprechend. Zugelassene strukturierte Behandlungsprogramme nach §§ 137f und 137g sind, soweit sie die hausärztliche Versorgung betreffen, Bestandteil der Verträge nach Absatz 4.
(5a) (weggefallen)
(6) Die Krankenkassen haben ihre Versicherten in geeigneter Weise umfassend über Inhalt und Ziele der hausarztzentrierten Versorgung sowie über die jeweils wohnortnah teilnehmenden Hausärzte zu informieren.
(7) Die Vertragspartner der Gesamtverträge haben den Behandlungsbedarf nach § 87a Absatz 3 Satz 2 zu bereinigen. Die Bereinigung erfolgt rechtzeitig zu dem Kalendervierteljahr, für welches die Gesamtvergütung bereinigt werden soll, entsprechend der Zahl und der Morbiditätsstruktur der für dieses Kalendervierteljahr eingeschriebenen Versicherten sowie dem vertraglich vereinbarten Inhalt der hausarztzentrierten Versorgung nach Maßgabe der Vorgaben des Bewertungsausschusses nach § 87a Absatz 5 Satz 7. Dabei können die Bereinigungsbeträge unter Beachtung der Maßgaben nach Satz 2 auch pauschaliert ermittelt werden. Kommt eine rechtzeitige Einigung über die Bereinigung des Behandlungsbedarfs nicht zustande, können auch die Vertragspartner der Verträge über eine hausarztzentrierte Versorgung das Schiedsamt nach § 89 anrufen. Die für die Bereinigungsverfahren erforderlichen arzt- und versichertenbezogenen Daten übermitteln die Krankenkassen den zuständigen Gesamtvertragspartnern bis spätestens drei Wochen vor dem Kalendervierteljahr, für welches die Gesamtvergütung für die in diesem Kalendervierteljahr eingeschriebenen Versicherten bereinigt werden soll. Die Krankenkasse kann, falls eine rechtzeitige Bereinigung nicht festgesetzt worden ist, den Behandlungsbedarf unter Beachtung der Maßgaben nach Satz 2 vorläufig bereinigen. Sie kann auch die Anerkennung und Umsetzung des geltenden Bereinigungsverfahrens für die Bereinigung der Gesamtvergütung für an der hausarztzentrierten Versorgung teilnehmende Versicherte mit Wohnort im Bezirk anderer Kassenärztlichen Vereinigungen von diesen Kassenärztlichen Vereinigungen verlangen. Für die Bereinigung des Behandlungsbedarfs nach Satz 7 sowie für den Fall der Rückführung von Bereinigungsbeträgen bei Beendigung der Teilnahme eines Versicherten sind die Verfahren gemäß § 87a Absatz 5 Satz 9 anzuwenden. Die Kassenärztlichen Vereinigungen haben die zur Bereinigung erforderlichen Vorgaben im Rahmen ihrer gesetzlichen Aufgaben umzusetzen.
(8) Die Vertragsparteien nach Absatz 4 können vereinbaren, dass Aufwendungen für Leistungen, die über die hausärztliche Versorgung nach § 73 hinausgehen und insoweit nicht unter die Bereinigungspflicht nach Absatz 7 fallen, aus Einsparungen und Effizienzsteigerungen, die aus den Maßnahmen von Verträgen nach Absatz 4 erzielt werden, finanziert werden.
(9) Die Einhaltung der nach Absatz 5 Satz 1 vereinbarten Wirtschaftlichkeitskriterien muss spätestens vier Jahre nach dem Wirksamwerden der zugrunde liegenden Verträge nachweisbar sein; § 88 Absatz 2 des Vierten Buches gilt entsprechend.

Auszug-Ende

Kosten und Honorare - das Chaos


Ein Call Center ist kein Hausarzt, anscheinend ist ein Ärztezentrum gemeint.

Fraglich sind auch diese Honorare, ob die ganz koscher sind sozusagen. Ärzte unterstehen dem Heilberufsgesetz des jeweiligen Bundeslandes. Diese Berufsordnung ist Impressumspflicht laut den Ärztekammern. Das Gesetz ist jedoch immer Verwaltungsgerichtsbarkeit und somit im Bereich des Beamtenrechts angesiedelt.

Die AOK Plus in Sachsen gibt im Impressum an, sie sei eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, aber weiter unten gibt sie eine Umsatzsteuernummer an, anstatt einer Körperschaftsnummer. 

Okay, auch sind in der ex-DDR die Finanzämter erfinderisch. Auch Conny Crämer, Bundesbeamtin, noch immer unbezahlt, passiert es ständig, dass das Finanzamt sich eine Gewerbesteuer und Umsatzsteuer fantasiert, die Beamte und Angestellte zu zahlen hätten.

Fakt ist, GKV sind Teil der Bundesverwaltung, Bereich Sozialträger, siehe Artikel 87 GG Absatz 2


Traschtanten in Praxis und Krankenhäusern sind verboten

Eine Ärztekammer hat schön die Infos aufbereitet. Die allseits bekannten tratschenden Ärzte und Praxishelferinnen müssten eigentlich schon längst Knastis sein. Denn gerne tratschen die über psychische, berufliche und sonstige Sonderbarkeiten der Patienten - ein Lästerschwesterclub.


Alle Ärztekammern in der BRD veröffentlichen solche Informationen:

https://www.aekhb.de/data/mediapool/pa_re_schweigepflicht.pdf



 

Und wie bei den Krankenhausruheschildern auf Straßen heißt es: Psst.

 

Natürlich dichten einige Ärzte daraus, auch der Patient dürfe nichts erfahren, deshalb gibt es noch nicht einmal eine richtige Untersuchung ... denn das zahle ihm die Kasse nicht Gesundheit GKV Was bedeutet: Das zahlt mir die Kasse nicht - Info der AEKNO